Vorteil Adlig + Nachteil Schulden

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Wolfgang
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Vorteil Adlig + Nachteil Schulden

Beitrag von Wolfgang » 2. Jan 2011, 13:48

Allen Lesern und natürlich ganz besonders den Machern der Heldensoftware ein frohes neues Jahr!

Meine Frage geht eher an erfahrene Spielleiter: wie interpretiert Ihr im Spiel die Kombination des Vorteils "adelig" und des Nachteils "Schulden", wie sie z.B. beim Heldentypen "Fähnrich der Armee/Kavallerie " automatisch anfallen? Man sollte doch eigentlich meinen, daß Adelige ihre Schulden bezahlen können, so daß z.B. nach dem Dienst in der Armee/Kavallerie keine Schulden mehr offen sind. Wie handhabt Ihr das im Spiel, also in der Welt Eurer Helden, welche Folgen ergeben sich für Eure Helden?

Ich kann mir folgende Möglichkeiten vorstellen:

A) Der Adlige oder seine Familie hat eben nicht so ein dickes Finanzpolster, wie man gemeinhin glaubt.
B) Der adlige Sohn, der in der Armee gedient hat, hat aus irgend einem Grund (noch) keinen Zugriff auf das Vermögen der Familie.
C) Ich habe etwas übersehen und diese Kombination der beiden Vor-/Nachteile ist überhaupt nicht gestattet.

Welche Möglichkeiten kennt Ihr noch? Wie regelt Ihr das so? Wie verhindert Ihr, daß ein adeliger Held, der aufgrund seines Heldentypes z.B. 2000 Dukaten Schulden hat, direkt nach der Erschaffung mal eben zu seinen Eltern oder seinem Hof oder seiner Burg reitet und eine Kiste voll Dukaten holt um seine Schulden zu tilgen?

Nicht falsch verstehen: ich will die Schulden des betreffenden Helden jetzt nicht weg-diskutieren, ich suche nur nach einer guten möglichen Erklärung, die ich in eine Hintergrundgeschichte einbauen kann.

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little.yoda
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Re: Vorteil Adlig + Nachteil Schulden

Beitrag von little.yoda » 2. Jan 2011, 22:56

A und B klingen gut.

A) 2000 Dukaten zahlen auch Adlige nicht aus der Portokasse.
B) Er soll auch mal selber "Geld verdienen"...
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Wolfgang
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Re: Vorteil Adlig + Nachteil Schulden

Beitrag von Wolfgang » 3. Jan 2011, 11:08

Ja, so ähnliche Gedanken hatte ich auch schon. Wobei es bei Möglichkeit A aber noch auf die Stufe des Vorteils "adelig" ankommt: beim einfachen Amtsadel wird es wohl eher die Regel als die Ausnahme sein, daß die Familie nicht übermäßig viel Geld hat. Bei der "adeligen Abstammung" könnte es durchaus sein, daß es sich z.B. um ein uneheliches Kind eines Adeligen handelt, das zwar Anspruch auch den Adelstitel hat, aber eben wegen der Geburtsreihenfolge kein Anspruch auf das Erbe.

Schwierig wird der Versuch einer Erklärung jedoch bei einem "adeligen Erbe", denn, wie die Bezeichnung dieses Vorteils bereits aussagt, steht dem Helden das Erbe zur Verfügung. Da muss man dann schon etwas tiefer in die familiäre Beziehungs-Trickkiste greifen, um zu erklären, warum der Bengel oder die Göre seine Schulden nicht aus dem Erbe bezahlen kann.

Gibt es irgendwo in den Regeln Erwähnungen oder Tabellen, wie hoch die Vermögen und "das Einkommen" adeliger Familien sind? Das wäre eine große Hilfe.

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little.yoda
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Re: Vorteil Adlig + Nachteil Schulden

Beitrag von little.yoda » 3. Jan 2011, 11:24

Wobei ich auf dem Standpunkt stehe, dass sich Nachteile nicht durch eine Hintergrundgeschichte entfernen lassen.

Wenn die Schulden für den Helden kein richtiger Nachteil ist, soll er sich einen passenden anderen Nachteil mit den gleichen Kosten aussuchen.
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Wolfgang
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Re: Vorteil Adlig + Nachteil Schulden

Beitrag von Wolfgang » 3. Jan 2011, 11:40

Ich will den Nachteil "Schulden" ja nicht entfernen durch eine Hintergrundgeschichte, im Gegenteil: ich suche nach einer guten Erklärung dafür, um sie in die Hintergrundgeschichte einzubauen.

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Re: Vorteil Adlig + Nachteil Schulden

Beitrag von BadeNixer » 3. Jan 2011, 12:32

Vielleicht ist es ja wie so oft, dass bei der Familie nur noch der Titel vorhanden ist und die Güter längst verloren. Der Anschein muss aber gewahrt bleiben, schwupps da kommt einiges an Schulden zusammen. Vielleicht hat der Sohnemann ja auch eine Heirat ausgeschlagen die geldlich vorteilhaft für die Familie wäre-> "Lass Dich erst wieder blicken wenn Du was geworden bist..." Vielleicht kommt er ja auch aus einer "armen" Adelsfamilie, die zu seinem Wohle einen Kredit aufgenommen hat, und sich von dem Offizierspatent viel erhofft...

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Re: Vorteil Adlig + Nachteil Schulden

Beitrag von ChaoGirDja » 6. Jan 2011, 00:52

Ja, ja...
Die gute alte Frage nach "adliges Erbe" und "Schulden".
Ich empfehle immer, wenn der Nachteil als "unpassend" empfunden wird, ihn einfach mit "Verpflichtungen (Elternhaus)" zu ersetzten. Er hat den selben GP-Wert und ändert dadurch nichts.
Natürlich kann man ihn auch einfach so bei der Generierung gegen GP weg kaufen... Was aber grade bei Magiern gerne auf Probleme stößt ;)

Ansonsten denke ich, das die sinnvollste Erklärung oft die Simpelste ist (und hier ja auch schon mehrfach angeklungen ist):
Es ist nun mal ein Faktum das der Adel deutlich reicher erscheint, als er wirklich ist. Schlicht und ergreifend weil das ganze Geld und Güter, die sie ja nun Fraglos haben und bekommen, in den Lebensstiel fließen. "Adel verpflichtet" ist ja selbst heute noch ein geflügeltes Wort.
Sprich: Das Geld ist schlicht und ergreifend oft nicht da, um das "Lehrgeld" des Nachwuchs gleich zu Bezahlen und es ihm gleich, Quasi als eine Art Charakterprüfung, auferlegt wird.
Grade bei den kleinen Adleshäuser, bzw. Seitenlinien, wie sie unter Spielern beliebt sind (aus Angst vor dem Methaplot...), ist das ganze auch als so häufig an zu treffen, das mehr als nur passt.

Und überall wo es nciht passt, bleibt noch das Austauschen des Nachteils :D

Wolfgang
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Re: Vorteil Adlig + Nachteil Schulden

Beitrag von Wolfgang » 7. Jan 2011, 19:59

ChaoGirDja hat geschrieben:Ich empfehle immer, wenn der Nachteil als "unpassend" empfunden wird, ihn einfach mit "Verpflichtungen (Elternhaus)" zu ersetzten. Er hat den selben GP-Wert und ändert dadurch nichts.
Die Idee gefällt mir, denn eine Verpflichtung dem Elternhaus gegenüber kann nicht so schnell beglichen werden, wie ein paar Schulden. Daran hat der Meister dann bestimmt auch mehr Freude, als wenn der Held nach den ersten beiden Abenteuer mit einer Handvoll Dukaten nach Hause reitet und die Rechnung begleitet. :freu:

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